© DAV Zwickau/Toni Gries

3 Tage Lüneburger Heide

Entschleunigung mit Rucksack auf einsamen Wegen

06.10.2025

Nach unserer Radtour mit Zelt wollten wir nun komfortabler Schlafen und die Ausrüstung zur Fortbewegung auf ein paar Schuhe reduzieren.

Heraus kamen ein paar sehr schöne Tage bei durchwachsenem Wetter und viel Zeit für uns.

Der Plan war, den eher nördlichen Teil des Heidschnuckenwegs zu wandern. Wer diesen Fern-Wanderweg noch nicht kennt, dem sei https://www.heidschnuckenweg.de/ ans Herz gelegt. Der Heidschnuckenweg ist 223 km lang und führt von Hamburg bis nach Celle. Wir hatten uns drei Tagesetappen mit insgesamt 56 km entlang des Weges ausgesucht. 
Wir stellten unser Fahrzeug also in Schneverdingen am Bahnhof ab und stiegen in den Zug nach Buchholz in der Nordheide.
Direkt am Bahnhof startet die offizielle zweite Etappe des Heidschnuckenwegs die von Buchholz nach Handeloh führt. 
Die Wege dieser Etappe führten großteils durch Wälder, was uns bei der nassen Witterung am ersten Tag sehr entgegen kam. Die ersten Kilometer legten wir im Regen Cape zurück, zur Mittagszeit riss es dann aber hier und da auf und zwischen den Schauern kam sogar mal die Sonne durch. 

Alpine Anhöhen wie den Brunsberg mit 130m Höhe und den Pferdekopf mit 78m Höhe erklommen wir als geübte Zwickauer DAV-ler natürlich zügig. Die steife Brise erwischte uns dann auch nur auf den hier noch recht kleinen Heideflächen rund um diese doch erstaunlich aussichtsreichen Gipfel. Die letzten Meter beschleunigten wir unseren Schritt noch einmal, um rechtzeitig vor einem kapitalen Schauer in unserer Unterkunft dem Hotel Fuchs in Handeloh anzukommen. Dieses möchten wir gerne lobend hervorheben, denn wir bekamen ein sehr geräumiges Vier Bett-Zimmer mit einem königlichen Bad und das Restaurant ist auch sehr zu empfehlen. (Für Selbstversorger ist direkt nebenan ein Edeka.) Und so ging unser erster Tag mit einem feinen Abendessen und 16 km zum Einlaufen sehr zufriedenstellend zu Ende.

Nachdem am zweiten Tag nicht jeder gleich aufstehen wollte, begaben wir uns zum Frühstücksbuffet, auch dieses sehr empfehlenswert, und konnten dann gut gestärkt bei einigermaßen stabilen Wetter unsere nächste Etappe antreten. Diese sollte uns über 20 km bis nach Niederhaverbeck führen. So ging es nun über Weiden vorbei an Großwild in einen Wald. Die Wege, hier zur Abwechslung mal sehr schmal und wurzelig, dann entlang des Waldrands auf der Grenze zwischen Wald und Heide. Die Wolken hingen tief die Luftfeuchtigkeit war bei 107% und am Wegesrand wurden dadurch überall glitzernde Gewebe sichtbar.

Überaus angenehm war die Ruhe, für die Heideblüte waren wir ja schon 3 Wochen zu spät, so war der ganze Trubel schon vorbei und wir trafen auf der ganzen Etappe etwa 10 Personen. Nach einem langen Waldstück näherten wir uns Wilsede und bogen ein auf den Weg zum Wilseder Berg. Es gab am Weg so viel zu entdecken und zu fotografieren das uns die dünne Luft garnicht auffiel und Ruck zuck waren wir oben auf der höchsten Erhebung unserer Tour, auf 169,2 m.  Der Ausblick von hier aus über ein sehr großes Heideareal war herrlich und begleitete uns noch bis kurz vor unsere nächste Unterkunft, den Haverbeckhof. Auch hier waren wir mit Größe, Sauberkeit und Komfort sehr zufrieden. Auch die Nachtruhe wurde nicht gestört, steht der Hof doch allein im Wald und wir waren noch dazu die einzigen im Nebengelass.

Unser dritter und letzter Wandertag startete wieder gut gestärkt und diesmal sogar von Anfang an mit ein paar Sonnenstrahlen. Das traf sich gut, denn wir hatten bei der heutigen Tour einen großen Teil des Weges in den Heideflächen verplant. Wer sich an der Heide nicht satt sehen kann, der sollte von Undeloh nach Schneverdingen wandern, da diese Heidefläche fast ununterbrochen ist. Wir hielten uns jedoch eher südlich und wichen heute das erste Mal von dem eigentlichen Heidschnuckenweg ab. Unterwegs erstanden wir noch auf einem Hof leckeren Heide Honig und schwenkten dann am südlichen Ende der Heide nach Westen in Richtung Schneverdingen. 

Wir hatten noch den Pietzmoor in unsere Wanderung mit eingebaut. An Wochenenden und bei schönem Wetter gibt es hier eine regelrechte Völkerwanderung mit jeder Menge Fotografen, da sich von den Holzstegen aus wunderbar Kreuzottern beobachten und fotografieren lassen. Da wir aber unter der Woche unterwegs waren, hatten wir die Endlos scheidenden Holzstege fast für uns allein. Das Wetter war für Kreuzottern und andere Reptilien leider zu kalt, die Eindrücke dieses renaturierten Moores aber trotzdem sehr schhön. Nun mussten wir nur noch ein Stück durch Schneverdingen laufen schon waren wir wieder am Bahnhof, wo unser Auto stand. Dieses wurde gegenüber im Werksverkauf der HeideKeks GmbH gleich noch mit allerlei Knabbereien für die nächsten Tage bestückt. Für diese hatten wir uns noch eine Ferienwohnung in der Stadt angemietet.

In den nächsten beiden Tagen betrieben wir noch etwas typisches Sightseeing, besuchten morgens den Heidschnucken Austrieb, bummelten durch Soltau und auf dem Heimweg dann waren wir noch im sehr sehens- und empfehlenswerten Abenteuer Zoo Hannover. 

Für Nachamer empfohlen mit Vielen Grüßen von Fam. Gries

Du hast Fragen zur Tour? Stell sie gern an Toni