© DAV Zwickau/Toni Gries

Ein Wochenende Intensivstation

Ein Wochenende mit netten Leuten, fränkischem Bier und Zustiegen, die so kurz sind, dass man schon beim Heraustreten aus der Haustür den ersten Haken klippen kann.

05.09.2026

Unser zweiter Kletter-Ausflug in diesem Jahr führte uns in die schöne fränkische Schweiz. Unweit von Gößweinstein liegt halb im Wald die Intensivstation. Hier haben Willi Emmer und seine Frau ein Habitat für Kletterer geschaffen das seines Gleichen sucht.

Verstreut im Wald stehen acht gemütliche Holzhütten, ebenso gibt es noch drei Gästezimmer im Haus. Das Erdgeschoss dient als Seminar- und Speiseraum. Willi wohnt mit seiner Familie in den oberen beiden Etagen, so ist er bei Fragen immer schnell zur Stelle und begrüßt die ersten Ankömmlinge bereits am Mittwochabend. Am Donnerstag wuchs die Gruppe noch einmal ein wenig, bevor wir am Freitag alle vollzählig waren.

Für 25 Erwachsene ist Platz, ein paar Kinder haben wir noch dazwischen gemogelt. Willi erklärt ruhig, wo alles ist und wie es funktioniert. Alles läuft geordnet ab, auch bei der Halbpension. Die Kinder bekommen zuerst. Das Frühstück gibt’s vom Buffet.

Doch allein wegen dem Essen sind wir nicht hier. Die Felsen auf dem Grundstück sind von Montag bis Freitag der Allgemeinheit zugänglich, aber Samstag und Sonntag nur für Gäste der Intensivstation. 145 Routen vom zweiten bis zum elften Grad und niemand außer uns, der einem den Einstieg blockiert.

So konnten wir ab Freitagmittag, es hatte leider tags zuvor geregnet, langsam die Felsen erkunden. Für einen ersten, ungefährlichen Felskontakt eignete sich dazu besonders der Sektor "ZOO". Mit einer Schwierigkeit von 3-5 konnte man hier gut testen, ob die Reibung der Schuhe schon ausreicht. Im Laufe des Tages stiegen die Temperaturen auf sommerliche 29° und so wurde es ein wunderbarer Klettertag und abends konnte bis tief in die Nacht bei lauen Temperaturen über die Erfahrungen und Routen diskutiert werden. Das von Willi gegen ein kleines Entgelt im großen Kühlschrank bereitgestellte heimische Bier kam der guten Laune ebenso zugute wie die ein oder andere Anekdote. 

Leider erreichte uns auch in der Nacht zu Samstag ein Regengebiet, was die Möglichkeit bot etwas mehr Zeit auf das Studium der verfügbaren Routen zu lenken. Aber ab Mittag konnte auch wieder geklettert werden. Am Abend kühlte es sehr ab, was zu einem gemütlichen und geselligen Hüttenabend in der großen Küche führte.

Bis zum Sonntagnachmittag blieb es dann trocken, so dass jeder ausreichend Möglichkeiten hatte zu klettern was er wollte. Egal ob kräftezehrende, leistige Sportkletterei oder ein gemütlicher Ausflug auf die zwei Gipfel mit Aussicht im moderaten Schwierigkeitsgrad. Zum Nachmittag kamen dann alle noch mal zum Kaffeetrinken zusammen, bevor man sich mit einsetzende Muskelkater wieder auf den Heimweg machte. Natürlich nicht, ohne mit Willi schon einen neuen Termin fürs nächste Jahr gemacht zu haben.

An dieser Stelle noch ein herzliches Dankeschön an Willi und seine Familie für die Idee und den Mut, ein solches Projekt mit einer beneidenswerten Selbstverständllichkeit umzusetzen und auch noch die äußerst leckere Bewirtung einer solch großen Meute zu stemmen. 

Wir freuen uns schon aufs nächste Mal.