© DAV Zwickau/Anja Roocke

Mit dem Rad im Gebirge

Mit dem Fahrrad nach Karlsbad entlang der Karlsroute

02.08.2024

Ich hatte die Idee, mal mit dem Fahrrad entlang der Karlsroute nach Karlsbad zu fahren. Die „Karlsroute“ verbindet über den Erzgebirgskamm hinweg sowohl die Städte Aue und Karlovy Vary als auch den „Mulderadweg“ mit dem „Egerradweg“. Mit insgesamt rund 160 km Länge (inklusive ihrer vier Nebenrouten) bietet sie, so sagte es das Internet,  ein königliches Radvergnügen im sächsisch-böhmischen Westerzgebirge.

 

Spontan kam meine Idee bei Doreen, Mario, Jörn und Rudi auch gut an und ich stellte fest – ich bin die einzige, die die Tor mit dem E-Bike fahren möchte. Die anderen fuhren die Tour mit dem Gravelbike.

Anfang August 2024 war es soweit, Doreen hat die Tour über Komoot geplant und ich habe passende Unterkünfte gebucht. Freitag 14:15 Uhr ging es in Kirchberg los und der Regen hörte auch pünktlich auf. Die Tour ist gut ausgeschildert, wir sind am „Blauenthaler Wasserfall“ in die Karlsroute eingestiegen, bzw. eingefahren. Es ging, wie erwartet leicht, aber ständig bergauf. Gegen 16:30 Uhr erreichten wir das „Grenztor“

Das Grenztor im Erzgebirge ist eine historische und beliebte Passhöhe auf dem Erzgebirgskamm direkt an der deutsch-tschechischen Grenze zwischen Wildenthal  und Jelení. Sie liegt auf einer Höhe von rund 946 Metern und ist ein offizieller Grenzübergang für Wanderer und Radfahrer.

 

 Ab jetzt ging es fast nur noch bergab. Das wir am Ende des Tages die 1000 Höhenmeter schafften, lag an mir. Ich hatte total vergessen, wo unsere Pension war, und als wir in Neudeck auf die Karte schauten, mussten wir leider wieder 5 km zurück und 100 Höhenmeter den Berg hochfahren nach Nové Hamry, wo wir quasi gerade eben  durchgefahren waren. Zum Glück für mich nahmen es alle mit Humor.

 

Am nächsten Tag ging es weiter. Karlsbad war nicht mehr weit entfernt und natürlich mussten wir für das obligatorische Zielfoto mal kurz mitten ins Zentrum. Was die Leute alle an dem Wasser finden, weiß ich nicht. Es schmeckt einfach furchtbar. Vielleicht hilft der Glaube daran, dass es Heilwasser ist.

 

Unser Weg sollte aber nicht in Karlsbad enden, sondern in der wunderschönen Stadt Locket am Egerbogen. Das der Radweg gesperrt war, haben wir auf den Schildern schon gesehen, aber einfach mal ignoriert. Vielleicht gibt es ja auch einen Weg neben der gesperrten Strecke.  Also einfach mal abwarten und weiterfahren. Der Radweg führte über eine Brücke und diese war aber gerade im Bau, also eigentlich komplett abgebaut, so dass ein mal „drüber- oder danebenfahren“ nicht möglich war. Also Plan B – der Wanderweg. Der hatte es leider ganz schön in sich, nämlich aufgrund der Steigung. Leider war dieser Weg weder Gravelbike noch E-Bike geeignet und irgendwann mussten wir alle absteigen und schieben.

Wieder angekommen auf dem ursprünglichen Radweg ging es entlang der Eger nach Loket. Diese Stadt ist immer einen Besuch wert. Die schöne Innenstadt, die Burg und das leckere Essen und natürlich das tschechische Bier sind nur ein paar Gründe, Loket zu besuchen.

Sonntag ging es wieder nach Hause, 75 km stehen auf dem Plan und unser Blick geht immer gen Himmel „Bleibt es trocken?“ Nütz nischts, da müssen wir jetzt durch. Also erstmal wieder Höhenmeter erstrampeln. Die Route zurück nach Kirchberg ging diesmal über den Kammweg nach Morgenröthe Rautenkranz. Angekommen auf dem Kammweg ging es dann fast 6 km auf einem Waldweg nur abwärts in den Sachsengrund und dann nochmal 5 km durch den Sachsengrund bis nach Morgenröthe. Dort mussten wir erstmal einkehren im Weltraumbahnhof. Und wen trifft man da, natürlich Alpenvereinsmitglieder.

Nun war der Himmer wirklich voller Wolken und einmal mussten wir uns auch unterstellen, aber das Ziel kam immer näher und gegen 17 Uhr erreichten wir wieder Kirchberg.

 

Pünktlich 17:15 ist ein großes Regengebiet über uns hinweggezogen.

 

Fazit. Das machen wir nächstes Jahr wieder.

Strecke: 170 km, Höhenmeter: 2520 m

 

Doreen und Mario, Jörn, Rudi und Anja